Corona-Virus

Prävention, Labordiagnostik, Komplementäre Therapie

© Dr. med. Ralf Kirkamm
Alle Angaben wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Alle Angaben erfolgen daher ohne Gewähr oder Garantie.
Informationsstand 02.04.2020 — Version 1.0

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Liebe Patienten,

Die epidemiologische Situation des neuen SARS-CoV-2 Virus unterliegt aktuell einer großen Dynamik.
Ich erlaube mir keine abschließende Meinung über die weitere Entwicklung, sondern möchte Ihnen mit diesem Leitfaden Anregungen zur persönlichen Vorsorge, zur Labordiagnostik und zur Prävention geben.

Dieser Leitfaden basiert auf der laufenden Sichtung der wissenschaftlichen Literatur und meiner persönlichen medizinischen Erfahrung.Es ist daher durchaus möglich, dass einzelne Aspekte von anderen Personen anders bewertet werden.

Und noch eine Bitte: Dies ist ein lebendes und dynamisches Dokument, das laufend der aktuellen Entwicklung angepasst wird. Anregungen und wichtige Hinweise bitte ich unter Angabe der Literaturhinweise an meine Mailadresse zu senden.


Coronaviren

Coronavirensind bekannte Auslöser von Erkältungskrankheiten. Die meisten Coronaviren verursachen nur leichte Erkältungen.
Auch beim neuen Coronavirus CoV-2zeigen mindestens 80% der infizierten Personen keine oder nur minimale Symptome, ca. 15 % der Infizierten entwickeln Krankheitssymptome und 5 % der Infizierten benötigen eine medizinische Behandlung.
Schwerwiegende Verläufe finden sich bei Menschen im höheren Lebensalter. Männliches Geschlecht, Rauchen, Bluthochdruck, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes sindprädisponierende Risikofaktoren.

Übertragung und Inkubationszeit

Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. Theoretisch ist auch eine Übertragung durch Schmierinfektionen möglich. Eintrittspforte ist die Bindehaut der Augen. Aus diesem Grunde sollten Sie unbedingt darauf achten sich nicht mit ungewaschenen Händen in das Gesicht zu fassen.
Die Inkubationszeit liegt im Mittel bei 5 bis 6 Tagen mit einer sehr großen Spannweite von 1 bis 14 Tagen.


Allgemeine Schutzmaßnahmen und Hygiene

  • Häufiges Händewaschen mit Seife (Desinfektionsmittel sind im häuslichen Bereich nicht erforderlich, die Virushülle wird durch Seife zerstört)
  • Vermeiden Sie den Griff zu den Augen, Nase und Mund insbesondere mit ungewaschenen Händen
  • Abstand halten — mindestens 1,5 m (insbesondere im öffentlichen Raum)
  • Verzichten Sie auf Händeschütteln
  • Niesetikette: Zum Husten oder Niesen von anderen wegdrehen, die Armbeuge oder ein Einmal-Taschentuch verwenden
  • Tragen von Mundschutz. Nur durch Atemschutzmasken der Kategorie FFP3 sind Sie wirksam gegen eine Infektiongeschützt. Andere Gesichtsmasken tragen dazu bei, Ihre Mitmenschen zu schützen, falls Sie selbst Viren ausscheiden

Die Symptome

So erkennen Sie eine Coronavirus-Infektion.
Der Krankheitsverlauf ist individuell sehr unterschiedlich. Betroffene zeigen zu Beginn die klassischen Symptome eines grippalen Infektes

  • trockener Husten
  • Schnupfen
  • Leichtes bis starkes Fieber
  • Kopfschmerzen, Muskel-und Gliederschmerzen
  • Durchfall, Übelkeit und Erbrechen
  • Schwächegefühl

Was tun im Erkrankungsfall

Treten die o.g. Symptome auf und besteht der Verdacht auf einen Kontakt mit einer an SARS-CoV-2 erkrankten Person, so bitte ich Sie um direkte telefonische Kontaktaufnahme unter 06131/7205109 oder nutzen Sie die Online-Terminvereinbarung.

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Bitte bleiben Sie bis zur weiteren Klärung unbedingt in häuslicher Quarantäne. Sie schützen damit Ihre Mitbürger und vermeiden die Entstehung von Infektionsketten.

Wo, Wie und Wer wird auf das neue Virus getestet

In der Laborarztpraxis MVZ Labor Dr. Kirkamm GmbH stehen alle Testverfahren zur Verfügung.

Aufgrund beschränkter Ressourcen ist ein Test auf SARS-CoV-2 mittels Rachenabstrich nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen sinnvoll und nach einer erfolgten ärztlichen Beratung möglich:

  • Vorliegen einer klinischen Symptomatik (Infektion der oberen Atemwege)
  • Kontakt zu einem bestätigten Fall von SARS-CoV-2 in den letzten 14 Tagen
  • Vorliegen prädisponierender Risikofaktoren
  • Berufliche Tätigkeit im Gesundheitswesen oder der Pflege

Erfüllen Sie die Voraussetzungen sollten Sie sich unbedingt testen lassen. Terminvereinbarung für eine ärztliche Beratung: 06131 7205109 oder nutzen Sie die Online-Terminvereinbarung.

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Testverfahren wie der Antikörpertest, Entzündungsmarker einer viralen Infektion oder die Laboruntersuchung immunrelevanter Mineralstoffe und Vitamine sind jederzeit möglich. Die Blutentnahme kann im MVZ Labor Dr. Kirkamm, Hans-Böckler-Strasse 111; 55128 Mainz nach Terminvereinbarung erfolgen.

Abrechnung

Ich bitte Sie um Verständnis, dass im Rahmen meiner privatärztlichen Tätigkeit eine Abrechnung über gesetzliche Krankenkassen leider nicht möglich ist.Die Kosten werden nach der Gebührenordnung für Ärzte berechnet.
Privatversicherte erhalten die Kosten in der Regel von Ihrer privaten Krankenversicherung erstattet.Selbstzahlern empfehlen wir ebenfalls die Rechnung bei Ihrer gesetzlichen Versicherungeinzureichen, in diesem Fall besteht jedoch keine Garantie im Hinblick für Ihre Kostenübernahme.


Testung im Verdachtsfall: So ist der Ablauf

Gegenwärtig besteht in allen Arztpraxen und Kliniken ein Mangel an Schutzausrüstung. Deshalb ist eine Gewinnung eines Rachenabstriches in der Praxis nicht sinnvoll.

Folgende Vorgehensweise ist für die Testung vorgesehen:

  • Falls die medizinische Indikation eines Abstriches gegeben ist, sollte der Abstrich zu Hause selbst durchgeführt werden.
  • Ein Angehöriger kann das Teströhrchen an der Praxis abholen. Das Teströhrchen kann ohne direkten Kontakt übergeben werden. Alternativ erfolgt die Übersendung auf dem Postweg.
  • Der Patient kann den Abstrich selbstständig durchführen (siehe weiter unten)
  • Anschließend wird das Teströhrchen umgehend zum Labor gebracht. Die Übergabe erfolgt wieder kontaktlos. Hier steht ein Briefkasten für Eilproben zur Verfügung. Alternativ erfolgt die Rücksendung auf dem Postweg. Entsprechende Verpackung für infektiöse Proben steht zur Verfügung.
  • Der Patient bleibt bis zum Vorliegen des Testergebnisses in häuslicher Isolation.In der Regel liegt das Laborergebnis innerhalb von 24 Stunden vor.
  • Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung kann in Verdachtsfällen bis max. 3 Tage ausgestellt werden.

Auch Prof. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie, Charité –Universitätsmedizin Berlin, hält einen solchen Selbstabstrich für eine gute, unproblematische Möglichkeit.

Er machte nur auf eine kleine Einschränkung aufmerksam:
„Es muss natürlich ein koordi-nierter Patient sein, dem es gelingt, den Tupfer hinter das Gaumensegel zu führen.“
Er empfiehlt, den Abstrich mithilfe einer Taschenlampe durchzuführen. Bei älteren Patienten wäre es laut Drosten aber besser, wenn der Arzt beim Abstrich dabei ist.

Wie mache ich einen Abstrich in der Mundhöhle?

Rachenabstrich mit Tupfer aus dem Abstrichröhrchen


Vor dem Abstrich
  • Spülen Sie Ihren Mund NICHT unmittelbar vor dem Abstrich aus.
  • Waschen Sie sich die Hände mit Seife, gut abtrocknen.

Der Abstrich
  • Stellen Sie sich vor einen Spiegel.
  • Nehmen Sie den Tupfer aus dem Röhrchen.
  • Öffnen Sie Ihren Mund weit.
  • Streichen Sie mit dem Tupfer mehrfach über die Mundschleimhaut (nicht die Zunge, nicht die Zähne, nicht die Lippen) im hinteren Teil der Mundhöhle. Um Würgereflex zu vermeiden, können Sie dabei tief ausatmen.
  • Geben Sie den Tupfer wieder in das Röhrchen und verschließen dieses fest.
  • Waschen Sie sich die Hände erneut und trocknen Sie gut ab.

Labordiagnostik

Entzündungsmarker/Immunaktivierung

In der frühen Phase einer viralen Infektion reagiert zunächst das zelluläre Immunsystem.Erst nach ca. 7 bis 14 Tagen kommt es zur Bildung von Antikörperngegen die Virusproteine. In der Frühphase können folgende Biomarker die Immunaktivierung anzeigen

  • IP-10 –Interferon-gamma-induziertes Protein 10 (Serum — erfordert Blutentnahme)
  • Neopterin (Urintest — kann auch in der häuslichen Umgebung gewonnen werden)

Testkits für IP-10 und Neopterin können Sie direkt hier angefordern.

zum IP-10 Test     zum Neopterin Test

Direkter Erregernachweis SARS-CoV-2

Der direkte Erregernachweis mittels PCR erfordert einen Rachenabstrich, der durch medizinisches Personal oder in der häuslichen Umgebung gewonnen werden kann. Die Abgabe eines Testkits für den Rachenabstrich ist nur nach ärztlicher Beratung möglich.

Ein negatives PCR-Ergebnis schließt die Möglichkeit einer Infektion mit SARS-CoV-2 nicht vollständig aus. Falsch-negative Ergebnisse können, z.B. aufgrund schlechter Probenqualität, ungünstigen Zeitpunkt der Probenentnahme oder möglicher Virusmutationen nicht ausgeschlossen werden. In solchen Verdachtsfällen kann eine erneute Probenentnahme oder zusätzliche Untersuchungen wie die Bestimmung der Immunaktivierungsmarker IP-10 und Neopterin sinnvoll sein.

zum Test Erreger-Nachweis

Anti-SARS-Cov-2-Antikörper

Dieser Test ermöglicht den Nachweis von spezifischen Antikörpern gegen SARS-CoV-2.Mit diesem Test ist eine sichere Abgrenzung von anderen Infektionserregern der Atemwege möglich. Dieser Test ergänzt den direkten Erregernachweis.

Antikörper treten jedoch erst 7 bis 14 Tage nach Infektionsbeginn im Körper auf, sind also für die Frühdiagnostik nicht geeignet. Die Bestimmung der Antikörper erfolgt im Blut, es ist also eine Blutentnahme erforderlich. Testkits für den Antikörper-Nachweis können ab sofort angefordert werden.

zum Test Antikörper-Nachweis

Wie sinnvoll sind die Corona-Schnellteste

Diese Schnellteste sind ungeeignet.

Diese Schnellteste messen Antikörper gegen SARS-CoV-2, während der Abstrichtest das Virus direkt nachweist. Antikörper gegen SARS-CoV-2 finden sich nichtin der Frühphase der Infektion. Diese Teste erzeugen damit eine falsche Sicherheit. Bis Antikörper im Blut messbar ansteigen, kann eine infizierte Person das Virus weiter verbreiten.Der Begriff „Schnell“ bezieht sich eher auf die Geschwindigkeit der Durchführung. Der immunologischeVerlauf der Erkrankung wird nicht berücksichtigt. Nur Marker der Immunaktivierung und der direkte Erregernachweis sind in der ersten Krankheitsphase sinnvoll.

Der Erregernachweis mittels Direktabstrich (PCR) ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt das beste Testverfahren.


Komplementärmedizinische Therapieansätze

Neben den schulmedizinischen Möglichkeiten, die insbesondere die akute und intensivmedizinische Behandlungbetreffen, sollten Sie alle naturheilkundlichen und komplementärmedizinischen Möglichkeiten zur Prävention nutzen.

Nachfolgend finden Sie eine Aufstellungder Therapieansätze:

  • Allgemeine Stärkung der Immunabwehr
  • Ernährung
  • Inhalation
  • Phytotherapie zur allgemeinen Stärkung der Immunabwehr
  • Orthomolekulare Therapie (Therapie mit Vitaminen und Mineralstoffen)
  • Antivirale Wirkstoffe — Phytotherapie
Wichtiger Hinweis:
Auch Nahrungsergänzungsmittel und Phytotherapeutika haben eine ausgeprägte pharmakologische Wirkungmit Nebenwirkungen und/oder Interaktion mit anderen Pharmazeutika. Daher sollte keine Einnahme ohne ärztliche Beratung erfolgen.Besondere Vorsicht ist bei Frauen im gebährfähigen Alter oder in der Schwangerschaft gegeben.

Allgemeine Stärkung der Immunabwehr

Allgemeine Maßnahmen zur Stärkung Ihres Immunsystems

  • Trotz Ausgangsbeschränkungen sind Spaziergänge in der freien Natur möglich
  • Rauchen ist ein Riskofaktor, sie sollten also darauf verzichten.
  • Schränken Sie Ihren Alkoholkonsum ein
  • Sorgen sie für einen ausreichenden Nachtschlaf –Schlaf sorgt für eine Stimulierung der Immunantwort
  • Überheizen Sie Ihre Räume nicht –die Luftfeuchtigkeit in den Innenräumen ist in den Wintermonaten niedriger, sorgen Sie also für eine ausreichende Befeuchtung der Schleimhäute
  • Aktuelle Nachrichten sind wichtig — lassen Sie sich aber nicht von jeder neuen "Corona-Sondersendung" in Panik versetzen — Stress schwächt das Immunsystem
  • Atemübungen — tiefe Einatmung, Wechselatmung

Ernährung

Die Ernährung sollte reich an pflanzlichen Nährstoffen sein.Sekundäre Pflanzenstoffe sind Inhaltsstoffe, die oft die Farbe eines Lebensmittels prägen. Studien zeigen, dass Menschen,die mehr pflanzliche Lebensmittel essen, ein geringeres Risiko für chronische Krankheiten wie Diabetes, Herzkrankheiten und Krebserkrankungen haben.

Obst und Gemüse zusammen mit Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Kräutern, Gewürzen, Nüssen, Samen und Tees sind reich an Phytonährstoffen. Diese sekundären Pflanzenstoffe finden sich in allen Regenbogenfarben:

Grün, Gelb-Orange, Rot, Blau-Lila und Weiß

Für eine optimale Gesundheit ist es wichtig, jeden Tag Obst und Gemüse in verschiedenen Farben zu essen. Jeden Tag 1 bis 2 Portionen von jeder Farbe ist ein gesundes Ziel. Entsprechende Ernährungspläne erhalten Sie in meiner Praxis.

  • Zitrusfrüchte sind eine exzellente Quelle von Vitamin C und vielen Antioxidationen: Orangen, Mandarinen, Zitronen, Limetten
  • Rote Paprika enthält Vitamin C und Beta-Carotein. Beta-Carotin wird in Vitamin A umgewandelt
  • Brokkoli ist reich an Ballaststoffen, Mineralstoffen wie Zink, B-Vitaminen, Vitamin C und Beta-Carotin sowie sekundären Pflanzenstoffen (Flavonoide, Glucosinolate)

Orthomolekulare Immuntherapie

Vitamin D

Dosierung 5000 I.E.tgl. für Erwachsene
Je nach Vitamin D-Spiegel können auch höhereDosierungensinnvoll sein

Immer in Kombination mit Vitamin K200 μg und Magnesium 400 mg/Tag

Bitte beachten:
Bei akuter Infektion Dosiserhöhung nach ärztlicher Anleitung und Vitamin D-Spiegelkontrolle


Vitamin A

Erwachsene 5000 -10.000 I.E.tgl.

Warnhinweis:
Vitamin A darf aufgrund der Gefahr von kindlichen Mißbildungen nicht bei Schwangeren sowie prinzipell im gebährfähigen Alterangewandt werden.

Unterversorgung erhöht das Infektionsrisiko; Verbesserung der Immunfunktion;hält die Immunbarrieren der Haut und der Schleimhäute des Verdauungstraktes und der Atemwege gesund.

Bitte beachten:
Bei akuter Infektion Dosiserhöhung bis 100.000 I.E. tgl. unter ärztlicher KontrolleVitamin A ist fettlöslich -Vermeidung einer Überdosierung durch Laborkontrolledes Vitamin A-Spiegels


Vitamin C

Prophylaxe Erwachsene 0,5 bis 1g/Tag

Unterversorgung erhöht das Infektionsrisiko; Verbesserung der Immunfunktion;hält die Immunbarrieren der Haut und der Schleimhäute des Verdauungstraktes und der Atemwege gesund.

Bitte beachten:
Bei akuter Infektion Orale Dosierung bis zu 10 g
Vitamin CVitamin C ist ein wasserlösliches Vitamin und wird schnell wieder ausgeschieden -deshalb bei akuten Infektionen Vitamin C portionsweise über den Tag verteilt zuführen.
Vitamin C-Präparate an die individuelle Verträglichkeit anpassen (weicher Stuhl, Durchfall möglich)

Intravenöse Hochdosistherapie
15 - 30 g Vitamin C intravenös pro Tag

Retardierte Vitamin C–Präparate sorgen für eine verzögerte Freisetzung.


Vitamin-B-Komplex hoch dosiert

mindestens je 5 mg Vitamin B1 (Thiamin), Vitamin B2 (Riboflavin) und Niacin, 25 mg Pantothensäure und 0,4 mg Folsäure g
Intaktheit der Immunbarrieren von Haut und Schleimhaut des Verdauungstraktes und der Atemwege


Zink

Erwachsene10 – 30 mg/Tag

Bitte beachten:
Bei akuter Infektion 60 – 100 mg/Tag

Unterversorgung erhöht das Infektionsrisiko –verbesserte Immunfunktion; vermindert die Infektionsdauer

Selen

Erwachsene 100 - 200 μg

Selenmangel erhöht die Komplikationsrate bei Infekten


Inhalation zur Prophylaxe und bei Symptomen

Zur Inhalation eignet sich die einfache Anwendung von 0,6 % NACL-Lösung für Erwachsene oderdie Anwendung ätherischer Öle wie z.B. Thymian, Eukalyptus, Rosmarin und Salbei

Befeuchten Sie Ihre Schleimhäute in der Nase mit einem Meersalz-Spray. Befeuchten Sie die Schleimhäute im Rachen. Reichlich Trinken.

Hilfreich sind zum Beispiel folgende Tees:

  • Salbeitee/Salbeitropfen oder Hustenbonbons
    Lindert Halsschmerzen
  • Ingwertee/Ingwersaft
    Ingwer hat antivirale Eigenschaften, hemmt die Anheftung von Viren an die Zellen
  • Thymiantee

Heilpflanzen zur allgemeinen Stärkung des Immunsystems

Sonnenhut (Echinacea)

Zugelassenes Präparat zur allgemeinen Stimulation der Immunabwehr


Grüner Tee

Enthält Epigallocatechin gallate (EGCG). EGCG hat breite antivirale Eigenschaften


Cistus-Tee (Zistrose)

Inhaltsstoffe der Zistrose (Polyphenole) vermindern die Anheftung der Viren an die Lungenepithelien


NK-Zell-Aktivität

Natürliche Killerzellen(NK)gehören zu den Lymphozyten und sind Teil der angeborenen Immunität. MK-Zellen sind in der Lage ohne vorhergehende Aktivierung virusinfizierte Zellen und Tumorzellen zu attackieren. Die Aktivität dieser NK-Zellen lässt sich durch eine Vielzahl an Substanzen erhöhen.

  • Colostrum
  • Arabinoxylan
  • Vitamin C
  • Zink

Grundsätzlich empfehle ich vor Beginn einer immunstimulierenden Therapie, z.B. mit den o.g. Substanzen die Bestimmung eines Immunstatus und der NK-Zell-Aktivität.

Heilpflanzen mit spezifischer antiviraler Wirkung

Natürliche Polyphenole kommen in Pflanzen als sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe vor. Sie stellen bioaktive Substanzen dar, die die Pflanzen vor Frassfeinden schützen. Zu den Polyphenolen zählen unterschiedliche Pflanzenstoffe wie die Flavonoide, Antocyane u.v.a.Heilpflanzen wurden in allen Kulturen für die medizinische Behandlung benutzt. In einer Vielzahl von Publikationen wurden die spezifischenWirkungen von Heilpflanzen, bzw. derenInhaltsstoffe (Polyphenole) auf Ihre antivirale Wirkung gegen Coronaviren untersucht.

Die Anwendung von Heilpflanzen hat in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) eine lange Tradition. Interessanterweise gehört es zur offiziellen Linie der chinesischen Gesundheitsbehörden die konventionelle Medizin mit der TCM zu kombinieren.

Nachfolgend finden Sie eine Übersicht über die Infektionsphasen und die jeweiligen Substanzen mit antiviraler oder immunmodulierender Wirkung. Es wurden nur solche Substanzen aufgeführt, für die wissenschaftliche Publikationen vorhanden sind und diese Substanzen in Form von Reinsubstanzen (Nahrungsergänzungsmittel), Tee oder Tinktur erhältlich sind


Biologischer Verlauf der Corana-Virus-Infektion und mögliche therapeutische Ansätze

Phase 1

SARS-CoV-2 nutzt das Membranprotein Angiotensin-converting-enzyme 2 (ACE2) als Rezeptor –und damit als Eintrittspforte in die Zellen.(1)

ACE2 ist vor allem in der Lunge, aber auch am Herzen, im Darm, in der Niere und in Blutgefäßen auf Zelloberflächen zu finden. ACE-2 ist im System der Blutdruckregulation ein wichtiger Gegenspieler. Gefäßerweiternd und damit blutdrucksenkend, antiproliferativ und antioxidativ.

Sobald sich das Virus an ACE-2 gebunden hat, wird dessen Funktion inaktiviert –es kommt zu einer „ACE-2-Erschöpfung“. Damit entfällt in der Regulation des Blutdruckes die wichtige Gegenregulation.

Die ACE-2 Aktivität ist bei jungen Menschen am höchsten. Die ACE-2 Aktivität nimmt mit dem Alter ab. Erkrankungendie mit einem erhöhten Risiko für schwere Infektionsverläufe verbunden sind, wie Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Erkrankungen und Rauchen,sind ausnahmslos mit einer verminderten ACE2-Aktivität assoziiert. (2)

Mit den nachfolgenden Maßnahmen lässt sich die ACE2-Widerstandskraft erhöhen:

  • Aerobes Training — allgemein blutdrucksenkend und kardioprotektiv
  • Curcumin500mg/ 2* tgl
  • Rosmarinsäure — besitzt antivirale, antibakterielle und antiinflammatorischeEigenschaften; Vorkommen in der Pflanzengattung Scutellaria (Helmkräuter) siehe auch im Kapitel Heilpflanzen Baikal-Helmkraut
  • Weißdorn-Crategus — bekannte medizinische Heilpflanze
  • Alpha-Liponsäure600 mg/ 2* tgl. — wichtiges Antioxidans
Lässt sich die Bindung der Corona-Viren an den ACE-2 Rezeptor verhindern?
  • Camostat — ist ein Protease-Inhibitorder in Japan zur Behandlung der chronischen Pankreatitis zugelassen ist. In Zellkulturversuchen konnte der Eintritt des neuartigen SARS-CoV-2 in Pneumozyten verhindertwerden. Möglicherweise ist Camostat über internationale Apotheken beziehbar.
  • Grüner Tee — enthält Epigallocatechin gallate (EGCG). EGCG hat breite antivirale Eigenschaften
  • Süßholzwurzel — Laktritze; enthält Saponine (Glycyrrhizinsäure), Flavonoide (Liquiritin)–allgemeine antivirale Wirkung, breite Verfügbarkeit als Tee oder Tinktur
  • Baikal-Helmkraut (Scutellaria baicalensis) — Inhaltsstoff u.a. Baicalin, allgemeine Verfügbarkeit z.B. als Tee; Inhaltsstoff ist u.a. die Rosmarinsäure mit antiviralen und antiinflammatorischen Eigenschaften
    Anm.: Extrakt wurde als Patent zum Einsatz gegen SARS angemeldet

Phase 2 der Corona-Virusinfektion

Ist das Virus einmal in die Zellen eingedrungen, beginnt das Virus die Replikation. Ein Enzym 3C-like-Protease ist dabei die wichtigste Protease und erlaubt dem Virus die Vermehrung. Neue anti-virale Medikamente zielen auf das Enzym 3C-like-Protease um die intrazelluläre Vermehrung und die Ausbreitung zu stoppen. Eine Reihe von Flavonoiden blockierendieses Enzym und limitieren damit die Schwere einer Infektion.

Eine aktuelle Studie aus 2020 (Serio Jo. et al) zeigte eine Blockierung desEnyzms 3 CL mit Herbacetin, Rhoifolin und Pectolinarin. Lediglich Herbacetin ist im Leinsamenallgemein verfügbar.

Weitere 3C-Like-Protease-Inhibitoren

  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) — scheint vor allen Dingen bei Beginn einer Infektionhilfreich zu sein; als Saft oder Tee verfügbar
  • Houttuynia cordata (beinhaltet die Flavonoide Kaempferol und Quercetin) — als Tee und Tinktur verfügbar
  • Quercetin — ist als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich
  • Luteolin — Vorkommen in der Wachholderbeere

Phase 3 der Corona-Virusinfektion

In dieser Krankheitsphase kommt es zu einem Zusammenbruch der Herz-Kreislaufregulation; pro-entzündliche Zytokine werden stark hochreguliert. Es entwickelt sich ein sogenannter "Zytokin-Sturm".

Diese Zytokine lösen eine Infiltration von Immunzellen im Lungengewebe aus. Lungenepithelien werden zerstört, die Möglichkeit des Gasaustausches wird eingeschränkt und es kommt zum schweren Sauerstoffmangel, der eine Beatmung erforderlich machen kann. In dieser intensivmedizinischen Phaseist eine weitere immunstimulierende Therapie kontraindiziert. Immunsuppressive Maßnahmen wie die Gabe von Corticosteroiden haben sich als nicht vorteilhaft erwiesen. Hilfreich könnte eine hochdosierte antioxidative Therapie z.B. mit einer Hochdosis-Vitamin C Infusion sein, sowie die Gabe weiterer Antioxidantien wie Alpha-Liponsäure, Astaxanthin u.a. Dies sind aber theoretische Überlegungen –klinische Studien liegen nicht vor.


COVID-19 Impfung*

An einer Impfung wird geforscht, sie wird aber wahrscheinlich erst nächstes Jahr zur Verfügung stehen. Erste Tests könnten aber bereits im Herbst beginnen.

COVID-19 Behandlung*

Für die Behandlung der schweren Verläufe gibt es noch keine sichere Behandlung, aber einige vielversprechende Ansätze, die z.Zt. erforscht werden. Es handelt sich dabei um Medikamente, die bereits für die Behandlung anderer Krankheiten zugelassen sind, wie das Malaria-Mittel Chloroquin, oder Hepatitis-Mittel Ribavirin.

Eine erste Studiezu dem HIV Medikament Lopinavir/Ritonavirist leider enttäuschend ausgefallen.

Hoffnungen setzt man auch in das Medikament Remdesivir, das zur Ebola Therapie entwickelt wurde. (Cell Research)

Ein besonders interessanter, Ansatz ist deutschen Forschern mit der Identifikation der Protease TMPRSS2 gelungen, die das Virus für den Eintritt in Lungenzellen benötigt. Es gibt bereits ein Medikament, das dieses Enzym hemmt, Camostat Mesilate, das in Japan für die Behandlung der Pankreatitis eingesetzt wird. Es blockiertdas Eindringen des Virus in Lungenzellen und wird weiter erforscht. (DZIF)

COVID-19 — schädliche Medikamente?*

Im Netz wird vor Ibuprofen gewarnt, die WHO und der französische Gesundheitsminister warnen ebenfalls (die WHO hat ihre Warnung am 19.3. wieder zurückgenommen!). Die Datenlage hierzu ist dünn, ein Zusammenhang zwischen Ibuprofen Einnahme und schweren Verläufen ist nicht gesichert. Unklar ist, ob Patienten bei schweren Vorläufen häufiger zu Ibuprofen gegriffen haben, oder ob wegen der Ibuprofen Einnahme ein schwerer Verlauf eingetreten ist. Bis zur Klärung kann man bei einem Virusinfekt gegen Fieber und Schmerzen statt Ibuprofen Paracetamol einnehmen.

Ein Artikel in der renommierten medizinischen Zeitschrift "the lancet" beschreibt, wie ACE Hemmer und Sartane evtl. die Infektion menschlicher Zellen erleichtern könnten.Hierbei handelt es sich nicht um eine wissenschaftliche Studie, sondern lediglich um einen Debatten Beitrag. Die Deutsche Hochdruck Liga warnt davor auf Grund einer –zum jetzigen Zeitpunkt –ungesicherten Information die Medikamente abzusetzen. (Deutsche Hochdruckliga)

Verunsicherung gibt es auch bezüglich der Asthma-Therapie mit inhalierbaren Corticosteroiden, ICS. Die Lungenexperten der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie raten dazu, die Therapie mit ICS unverändert fortzuführen. (Stellungnahme der DGP)

*mit freundlicher Genehmigung Dr. med. Juraj Galan; Mainzwww.arzt-mainz.de

© Dr. med. Ralf KirkammAlle Angaben wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Alle Angaben erfolgen daher ohne Gewähr oder Garantie.
Informationsstand 02.04.2020 — Version 1.0

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